Sonntag, 29. Juni 2008

Es regnet, es regnet...

die Erde wird zu Matsch!

Ja, ich weiß, so geht der Text nicht weiter. So ist es aber hier.
Seit ein paar Tagen regnet es regelmäßig immer nachts. Tagsüber ist war es bisher zum Glück von oben trocken. Seit gestern ist das aber auch anders. Es regnet ohne Unterlass. Ganz schön nass kann ich da nur sagen.
Die Grünflächen verwandeln sich bei Betreten sofort in eine Matschgrube. Der Hutt River ist so voll wie ich ihn noch nie gesehen habe. Und in der Mall ist auch am Sonntag deutlich mehr los als sonst. Vor allem auf dem kleinen Spielplatz.

Und ich glaube, der Winter ist jetzt da.
Es sollen sogar Straßen wegen Eis und Schnee gesperrt worden sein...
Angeblich ist das Regenwetter nämlich das typische Winterwetter hier in Wellington. Dauerregen über Tage hinweg, ordentlich Wind und Temperaturen zwischen 5 und 10° C. Es ist also nicht wirklich kalt, aber einfach ungemütlich.
Auf jeden Fall ist es so, dass man nicht freiwillig vor die Türe geht.
Es sei denn, man ist ein Kind. Da hält einen irgendwie nix drinne.
Spätestens jetzt weiß ich auch, warum die meisten Kinder im Playcentre mit Gummistiefeln rumrennen. Obwohl die auch nix bringen, wenn das Kind in die Pfütze fällt und danach die Pfütze in den Gummistiefeln hat :-D
Den Playcentre-Kindern macht das Wetter nicht viel aus. Die gehen einfach raus und freuen sich, dass sie in den Pfützen so schön planschen können. Zum Glück haben alle Wechselklamotten dabei. Das ist nämlich Pflicht im Playcentre.

Zum Regen kommt noch der unablässige Wind dazu, so dass es zeitweise waagrecht regnet. Und da hilft der Regenschirm dann auch höchstens bis zum Gartentor, bevor er wegen Zerstörung in der Tonne landet.

Sogar unser Sandkasten wurde aufgepustet und ist jetzt eher ein Sandmeer. Aber bei dem Wetter gehen wir sowieso nicht raus zum Spielen.

Letzte Nacht hatte ich mal wieder das Gefühl, dass unser Haus auf dem Meer davonschwimmt. So ohne Keller und bei dem Wind...
Ich weiß ja nicht, wie stabil die Häuser hier verankert sind.
Aber der Eindruck ensteht halt.
Vielleicht auch nur, weil Regen und Wind in der Wohnung um so vieles lauter zu hören sind, als ich das aus Deutschland kenne. 1-fach Verglasung hält auch nicht so viel Lärm ab ;-)

Leider hat die 1-fach Verglasung nicht nur den Lärmnachteil. Heute haben wir festgestellt, dass unsere Verandatüre (die auf der Südseite des Hauses, also in Wetterrichtung) von innen nass ist. Obwohl es ja nur von außen dagegen regnet. Aber am Übergang vom Glas zum Holz ist die undicht. Ich bin mal gespannt, was unser Vermieter dazu sagt.
Neuseeländische Bauweise sag ich da nur.
Verstehen kann ich's nicht.

Aber ein Gutes hat das Wetter dann doch.
Die Fenster werden endlich auch mal von außen sauber.
Nicht, dass ich die nicht schonmal putzen wollte. Aber ich hab immernoch keine Lösung für das Problem gefunden, wie man Fenster von außen putzt, die sich nach außen öffnen lassen. Irgendwie kommt man da nämlich nicht ran. Vor allem nicht im 1. OG.
Ich warte jetzt noch auf drehende Winde, damit auch die anderen Fenster sauber werden. Bei denen in Süd- und Westrichtung hat das schon ganz gut geklappt (auch wenn sie nicht ganz so sauber sind, wie frischgeputzt).

Und die Wettervorhersage für die nächsten Tage:
Regen
Regen
Regen
mal mehr, mal weniger
Temperaturen um die 10°C
und weil's so schön ist, immer noch ein netter Wind dazu.
Und dann gleich wieder Regen.....

Donnerstag, 26. Juni 2008

Puzzlemanie

neulich hat sie mich gepackt, die Puzzlesucht.
Nach einem anstrengenden Vormittag im Playcentre brauchte ich unbedingt Ablenkung. Irgendwas!!!
Da fiel mein Blick auf die Puzzle und ich nahm mir eines raus.
Das schwerere der beiden.
Schließlich kenne ich die Puzzle ja schon, und irgendwann weiß man eh wohin welches Teil gehört.
Naja, ganz so einfach war es dann doch nicht. Schließlich hat das Puzzle auch einen Schwarz-Weiß-Anteil (oder besser Braun-weiß) da sieht man es den Teilen eben nicht an, wohin sie sollen. Und die 1000 Teile machen es auch nicht gerade einfacher.

Nach ein paar Tagen (ich kann ja schließlich nicht ununterbrochen puzzlen mit dem Zwerg hier) war ich dann fertig. Aber noch nicht abgelenkt genug, also musste noch ein Puzzle her. Und weil ich keine Lust auf das andere schon bekannte Puzzle hatte und eh gerade in einem Spielzeugladen stand hab ich mir kurzerhand ein neues gekauft.

"x-tra hidden" heißt es.
Und eigentlich sind es 2 Puzzle in einem.
Also mal was ganz neues für mich.
1000 + 200 Teile, die man nicht unterscheiden kann.
Eigentlich ist es wohl so gedacht, dass man erst das "große" nach Vorlage puzzelt (also das Bild auf der Verpackung) und das "kleine" aus den übrigen Teilen.
Aber an solche Anweisungen halt ich mich einfach nicht ;)
Also hab ich die beiden Dinger parallel gepuzzlet.
So wirklich schwierig war es nicht. Ich hatte es mir schwieriger vorgestellt. Aber das ist ja immer so bei diesen Comicpuzzlen. Irgendwie sind die viel einfacher als Naturaufnahmen.

So sahen die fertigen Puzzle dann aus:
zu dem kleineren hatte ich keine Vorlage, was es etwas schwieriger machte. Aber nachdem der Rand fertig war, war zumindest die Perspektive schon klar.

Fazit: nette Idee, aber mit den Comics zu einfach.


also gab es 2 Tags später nochmal ein neues Puzzle (schließlich komm ich ja nicht jeden Tag zum einkaufen!)

Diesmal wieder eines mit Comic (ich konnte noch keine Puzzle mit Naturaufnahmen entdecken) und wieder mit "besonderer" Herausforderung. Wieder 1000 Teile.
Und es war tatsächlich schwieriger.

So sieht das Bild auf der Verpackung aus:

Aber da ja jeder nach Vorlage puzzlen kann, kommt schon gleich die Herausvorderung. Denn das zu puzzelnde Bild ist aus der Perspektive des Elches!
Also hat man eigentlich keine Ahnung, wie das Endprodukt aussehen soll.

Ok, Fahrzeug und Hänger sind dann wohl links zu finden und das Klohäuschen auf der rechten Seite. Aber der Rest???



Der Rest sieht dann so aus:


Und neben den Naturpuzzlen fand ich dieses bisher wirklich am schwierigsten.
Und definitiv am lustigsten.
Und zum Glück gibt es davon noch eine ganze Reihe.
Immer mit anderer Perspektive (also auch mal jemand, der eher am Rand des vorgegebenen Bildes steht).
Hach, so macht das einfach Spass.
Auch wenn ich erstmal wieder genug habe vom puzzlen.

Oder mit anderen Worten:
ES IST NUR EINE PHASE! ES IST NUR EINE PHASE! ;-)

Und leider ist die Hürde ja auch nach dem ersten mal genommen. Schließlich weiß ich jetzt, wie das fertige Puzzle aussehen soll.

Montag, 23. Juni 2008

wenn Zwerge schlafen...

dann muss nicht unbedingt Nacht sein.

Obwohl das immer häufiger zusammentrifft. Soll heißen, der Zwerg ist gerade dabei seinen Mittagschlaf abzuschaffen.

Manchmal zumindest.
Manchmal schläft er Mittags auch noch ganz erschöpft ein. Aber es kommt immer häufiger vor, dass er tagsüber nimmer schläft. Dafür geht er dann auch schon zwischen 7 und 8 ins Bett und nicht erst zwischen 9 und 10. Die Abende sind seither etwas ruhiger und T. und ich haben sogar mal wieder etwas Zeit für uns *freu*

Nach einem wirklich anstrengenden Tag ohne Mittagschlaf schläft Sohnemann auch schonmal vor 7 ein. Da weiß ich dann meist garnicht, was wir mit der vielen freien Zeit anfangen sollen.
Allerdings ist so ein schlafloser Tag auch recht anstrengend.
Zumal der Zwerg im Moment auch ziemlich fordernd ist.
Bücher lesen.
Zusammen mit der Holzeisenbahn spielen.
oder einfach nur schmusen.
Oder den ganzen Tag die gleiche CD hören *augenverdreh*

Der Nachtschlaf ist mal besser mal schlechter. Aber immer öfter schläft der junge Mann auch mal durch (also so richtig von abends ins Bett bringen bis kurz bevor der Wecker läutet!). Allerdings hab ich nicht so viel davon, weil ich trotzdem ständig aufwache.
Und seit neuestem kann er auch einer Gute-Nacht-Geschichte auf Papas Schoß einschlafen. Einfach so. Kopf anlehnen, Augen zu und wegpennen. Diese Nächte schläft er dann allerdings nicht durch. Vermutlich braucht er halt doch noch seine Portion Mama ;-)
Aber so lange es beim Handauflegen und ein paar beruhigenden Worten bleibt, will ich mich mal nicht beschweren. Ich kann mich noch gut erinnern, als wir den Zwerg (damals noch wirklich zwergig) nachts durch die Wohnung getragen haben. Da lob ich mir doch das Beistellbett, da brauch ich nachts nicht mal aufzustehen. Und in wirklich schlimmen Nächten (wenn z.B. draußen ein Wintersturm tobt und das Haus fast fortschwimmt) schlaf ich eh so wenig, dass ich ihn auch nebenbei noch beruhigen kann.

Außerdem kuschelt er sich immer sooooo schön an mich!
Oder er kreiselt im Bett und ich hab seine Füße im Rücken oder Bauch. Merkwürdigerweise kreiselt er nämlich immer von mir weg. Keine Ahnung warum.
Vielleicht reicht ihm dann das kleine bisserl Körperkontakt aus um ruhig zu schlafen. Oder er fängt das meckern an und kommt wieder zu mir gekrabbelt.

Sonntag, 22. Juni 2008

Zwergensprache

Jetzt ist es also soweit.
Unser Zwerg lernt sprechen.
Einzelne Wörter kann er schon seit Beginn des Jahres, aber jetzt werden es schlagartig immer mehr und er verbindet sie auch.
Leider bisher nur auf deutsch. Englisch versteht er wohl doch noch nicht so gut. Zumindest erzählen die anderen Mütter, dass er sie aus untertassengroßen Augen anschaut, wenn sie mit ihm reden. Hoffentlich ändert sich das bald.

Aber jetzt zur Zwergensprache!
Wir wussten ja schon lange, dass er so ziemlich alles versteht, was wir sagen. In letzter Zeit überrascht er uns mit immer neuen Wörten.
Zugegebenermaßen Eigenkreationen, aber wir verstehen ihn.
Meistens.
Wenn wir denn mal rausgefunden haben, was ein Wort bedeuten soll.
Dass "Miau" eine Katze ist, ist dabei noch eher einfach.
"Hoi-bo" kann man mit viel gutem Willen auch als Honigbrot erkennen.
Aber das "Goa" ein Elefant ist und "Gacki" die Giraffe, dazu haben wir ein bisschen Zeit gebraucht.

Mittlerweile kann er sogar erklären, welchen Vogel er mit "gackgack" meint. "Auto gackgack" ist dann nämlich der Vogel, der bei uns im Auto sitzt.

Allerdings nutzt er die neu gewonnene Fähigkeit durchaus auch um uns mit einem regelrechten Befehlston (den hat er schon ziemlich gut drauf für sein Alter) mitzuteilen, was er gerade will.
Dinge, die er nicht sagen kann, macht er durch Gesten deutlich und wir müssen uns immer weniger darauf konzentrieren die richtigen Fragen zu stellen, weil er sich ja immer besser ausdrücken kann.

Und weil Sprache ja wirklich interessant ist, hat er auch die Bücher für sich entdeckt.
Er kommt ständig mit irgendwelchen Büchern angelaufen und will sie vorgelesen kriegen. Das geht erst seit ein paar Tagen so, aber einige Bücher kann ich schon auswendig!
Und manchmal sucht er auch genau ein bestimmtes Buch. Dann will er garkein anderes lesen, sondern läuft in der ganzen Wohnung umher, bis er mit einem strahlenden Lächeln sein Buch entdeckt.
Zum "Ins Bett gehen" gehört jetzt auch unweigerlich eine Geschichte dazu. Und das Gebetebuch liest er auch jeden abend von vorne nach hinten durch (da stehen nämlich die Abendgebete).
Zum Glück haben wir nicht nur die kurzen Bilderbücher, sondern auch schon richtige Geschichten. Da macht das Lesen gleich viel mehr Spass. Und den "Jim Knopf" kennt der junge Herr auch schon bald auswendig. Er verrät nämlich beim Anblick des Paketes schon immer, dass da ein Baby drinne ist. Obwohl das erst ein paar Seiten weiter auftaucht.
Und wenn er was im Text wiedererkennt (Radio, Ohr ...) dann deutet er auch immer direkt drauf. Vermutlich ist das Lesen ja sonst zu langweilig ;-)

Hach ist das Leben schön, wenn man ein Kind hat, dem man bei der Entwicklung zugucken kann.

Der kürzeste Tag des Jahres

So, jetzt haben wir auch kalendarisch Winter.
Und der kürzeste Tag des Jahres ist auch schon vorbei.
So früh im Jahr hatte ich das noch nie!
Jetzt werden die Tage wieder länger und wir können uns hier in Neuseeland auf den Sommer freuen!
Der kommt nämlich auch noch dieses Jahr!


Gestern (also am Winteranfang) saß ich tatsächlich mit T-Shirt im Park. Ok, sowas geht wirklich nur in der Sonne und wenn gerade mal kein Wind weht, aber dann wird es richtig schön warm.
Sowas hätte ich mir in Deutschland nie träumen lassen! Da gibt es zwar auch tolle Tage im Winter, aber ich hab irgendwie das Gefühl, dass wir das gute Wetter hier aboniert haben.

Dass Winter ist, merkt man
* an der Tageslänge, aber die verlängert sich ja jetzt auch wieder mit jedem Tag
* an dem manchmal doch recht frischen Temperaturen.

letzten Donnerstag war es morgens tatsächlich mal eisig draußen. Und bei uns drinnen leider auch. Im Schlafzimmer hatte es trotz über Nacht laufender Heizung nur 10°C. *bibber* Und zu allem Überfluss hatten wir am Mittwoch abend vergessen die Heizung im Wohnbereich einzuschalten. Es war also am Donnerstag wirklich kalt!
Dafür gab es den ganzen Tag blauen Himmel und Sonnenschein. Gefroren haben wir trotzdem. Zumindest bis die Heizung das Haus auf annehmbare Temperaturen gebracht hat.

Und der Freitag??
Bedeckt, aber deutlich wärmer.
Wir waren den ganzen Vormittag draußen und haben noch nicht mal eine Jacke gebraucht.

So schnell ändert sich hier das Wetter.
Am einen Tag eisig, am nächsten Tag wieder total angenehm warm.

Ich bin gespannt, wie das weitergeht. Angeblich kommt der Winter im Juli und August.
Mal gucken.

Montag, 9. Juni 2008

Wenn das der Winter ist!

Also, wenn das, was wir hier zur Zeit erleben der Winter ist, dann kann es getrost so weitergehen!

Ok, die Temperaturen sind ein bisschen frischer als derzeit in Deutschland, aber was den blauen Himmel angeht -- der kann in Deutschland auch nicht blauer sein!

Heute waren Sohnemann und ich mit dem Fahrrad unterwegs (er natürlich im Hänger) und mir hat tatsächlich ein dünnes Jäckchen über dem T-Shirt gereicht. Klar wird es beim Radfahren von alleine wärmer, aber 3 Schichten Wollklamotten find ich bei dem Wetter etwas übertrieben (hatte meine Hebamme an und findet den Tag richtig kalt!)
Für heute sind so 15° C gemeldet. Und die nächsten Tage werden mit 12 - 13° auch nicht wirklich kälter. Und in der Sonne ist es eigentlich immer schön angenehm.

Über Nacht wird es schon ziemlich sehr frisch. So 3-4° C sind das zur Zeit nur. Und leider kühlen die Häuser wegen fehlender Isolierung auch ziemlich aus. Gestern abend waren es bei uns im Schlafzimmer nur frostige 12° C. Da haben wir dann mal schnell die Heizung angedreht, damit wir wenigstens bei 14° C schlafen ;-)
Dem Timer sei Dank ist es morgens in der Wohnung auch (wenn schon nicht richtig kuschelig, so doch wenigstens) angenehm warm. Zum Frühstücken reichts allemal und danach gehen wir meist sowieso aus dem Haus.

Aber das wirklich beste an diesem Wetter ist, dass es meist nur nachts regnet. Wenn man eh nix mehr draußen machen kann, weil es dunkel ist.
Und an den Wochenenden hatten wir bisher auch richtig Glück mit dem Wetter. Ich kann mich an 2 Samstage erinnern, an denen es nicht ganz so prickelnd war. Aber das war es auch schon fast. Und Regenwetter gibt es dann auch nicht gleich wochenlang, sondern mal einen oder 2 Tage und gut ist!

Ach das ist einfach herrlich hier.
Und wenn im Frühling die Temperaturen wieder etwas ansteigen und die Tage länger werden, dann werden wir bestimmt auch bald wieder von unserer Terasse gebrauch machen!

Einzig die heftigen Winde (Northerlies und Southerlies) bringen das Temperaturempfinden etwas durcheinander. Vor allem die Southerlies sind meist wirklich frisch und wenn so einer den ganzen Tag pustet, dann braucht man schon eine etwas wärmere und vor allem winddichte Jacke. Aber sowas haben wir ja zum Glück ;-)

Sonntag, 8. Juni 2008

in den Süden, in den Norden

eigentlich wollte ich das hier ja mit "Auf in den Süden" überschreiben. Bis ich irgendwann festgestellt habe, dass das so eigentlich garnicht stimmt.

Aber wie immer sollte ich wohl besser von vorne anfangen.
Wir haben letztes Wochenende Urlaub gemacht.
Kurzurlaub.
Auf der Südinsel.
Aber halt im Norden.
Also im Norden der Südinsel.
Und wie ich beim Blick auf die Karte festgestellt habe, waren wir sogar nördlicher, als hier in Wellington!
Da war ich zuerst schon etwas erstaunt, aber eigentlich ist es ja auch egal.

Wir haben also das lange Wochenende genutzt, um uns ein bisschen zu erholen und unser neues Land kennenzulernen.

Langes Wochenende??
JA. Schließlich feiern wir seit neuestem der Königin Geburtstag auch mit! Und wenn dann noch ein Urlaubstag dazukommt, dann ist das Wochenende wirklich schön lang.
4 volle Tage hatten wir Zeit und ich denke, wir haben sie auch gut genutzt.

Freitag:
Erstmal mussten wir extrem früh aufstehen, damit wir auch wirklich rechtzeitig bei der Fähre sind. Nord- und Südinsel werden nämlich durch Fähren verbunden, was den charmanten Vorteil hat, dass man das Auto mitnehmen kann. Wir mussten also schon um 7 Uhr an der Fähre sein (und das im URLAUB!), damit die dann irgendwann um kurz nach 8 endlich ablegen konnte.
ICH finde das einfach zu früh.
Der Zwerg auch.
Obwohl ich sagen muss, dass er das doch erstaunlich gelassen nimmt, wenn man am Tagesablauf mal was ändert.
Um kurz nach 8 ging es also los. Für uns erstmal mit einem heißen Kaffee / Kaba, weil es im Auto einfach doch etwas frisch wurde. Danach sind wir dann raus gegangen und haben uns das "mall" (=Meer auf Zwergisch) und die Ausfahrt aus der Hafenbucht angeschaut. Begleitet von einem wirklich tollen Sonnenaufgang am fast wolkenlosen Himmel.
Ideale Voraussetzungen für die Überfahrt.
Nur der Fahrtwind war zu Beginn noch etwas frisch, so dass wir uns zwischendurch immer wieder im Cafe aufgewärmt haben.

Eindeutiger Höhepunkt waren die Delfine, die irgendwann einfach neben der Fähre herschwammen.
Immer in Päärchen.
Raus aus dem Wasser hüpfen, wieder drinne verschwinden.
Einfach toll!
Ob das vielleicht die Entschädigung war für die Whale-Watching-Tour, die wir aufgrund des Zwergenalters nicht machen konnten?

Die Einfahrt in die Marlborough-Sounds war auch klasse. Und dann ging das eine gute Stunde so weiter. Rechts und Links Land, in der Mitte die nicht ganz kleine Fähre, ab und an mal ein Häuschen (immer mit Strompfosten, die den Weg weisen). Und dazu ein nicht mehr kalter sondern mittlerweile sehr angenehmer Fahrtwind.

Picton haben wir uns nur ganz kurz angeschaut. Schließlich mussten wir ja wieder in den Norden ;-)
Zunächst mal den kurvigen Queen-Charlotte-Drive entlang. Da ist die maximale Reisegeschwindigkeit 40 km/h. Schneller geht einfach nicht. Es ist einfach zu kurvig. Aber so schlimm ist das auch garnicht. Schließlich gibt es an so ziemlich jeder Kurve eine wirklich tolle Aussicht.
Hach ist Neuseeland schön.

Und diese Stille!
Irgendwo entlang des Weges haben wir angehalten, um ein paar Fotos zu schießen und was haben wir gehört?
Nichts!
Wirklich nichts, außer Vogelgezwischter. Das ist sooooo entspannend, das glaubt man garnicht.
Hier ist ständig irgendwelcher Lärm (und in Deutschland war es noch schlimmer). Ich fand es richtig toll.
Bis dann irgendwo ein Auto um die Kruve kam, aber dann sind wir einfach auch weitergefahren.

Nach insgesamt fast 5 Stunden Fahrt, zum Glück nicht ständig so kurvig wie zu Beginn, waren wir dann endlich am Ziel. Mittlerweile war es schon seit fast 2 Stunden dunkel (schließlich ist hier Winter, da verschwindet die Sonne schon so gegen 5).
In einem kleinen "Inn", geführt von einem Schweizer Ehepaar, ganz am nördlichen Ende der Südinsel. Die nächstgrößere Stadt (ca. 15 Minuten Fahrtzeit) hat zwar nur 1200 Einwohner (und das nennt sich hier Stadt!), aber eine irre gut sortierten Supermarkt. Den haben wir aber zum Glück nicht wirklich gebraucht, weil wir uns ein Rundum-Verwöhn-Wochenende genehmigt haben. Inclusive Verpflegung am Abend und am Morgen. Und das Essen war richtig lecker!!

Aber das "Inn" hat noch mit ganz anderen Nettigkeiten aufzuwarten.
Z.B. ein Gemeinschaftsbad.
Da kommt man aber halt nur durch die frische Luft hin. Also raus aus dem warmen Zimmer, über den kalten Hof und rein ins warme Bad.
Oder die Komposttoiletten. Da waren wir doch erstmal sehr überrascht! Wer rechnet denn auch mit sowas?? Aber nach dem ersten Schreck war's dann doch ganz ok. Nur kriegt man aufgrund der eingebauten Lüftung einen etwas kalten Hintern....


Samstag:
Erstmal ausschlafen!
So bis um 9 oder so.
Länger geht nun wirklich nicht. Schon garnicht mit Kleinkind. Der Zwerg besteht nämlich seit neuestem kurz nach dem Aufwachen nicht nur auf seine "mim" (=Milch), sondern auch auf sein "hoi-bo" (=Honigbrot).

und danach?
Fuhren wir über immer schmaler werdende Straßen und schließlich Schotterwege zum nördlichsten aller südlichen Strände. Weiter in den Norden geht da wirlich nicht. Zwischendurch fährt man mal an einer Häuseransammlung vorbei ("inhabited area") und es kommt einem auch tatsächlich ab und an mal ein Auto entgegen!
An den Strand konnten wir nicht wirklich fahren. Vom Parkplatz aus waren es noch etwa 20 Minuten Fußweg. Den Zwerg haben wir getragen, damit wir schneller am Strand sind und weil ich ihm direkt nach dem gemütlichen Mittagschlaf im Auto sowas nicht zumuten wollte.
Dann ging es über Schafweiden in Richtung Strand, der sich schon lange bevor man das Meer wirklich sehen konnte durch viel feinen Sand in Dünenform ankündigte.

Dem Sohnemann hat es riesigen Spass gemacht im Sand rumzutollen. Und als wir dann näher ans Wasser ran sind, war er nicht mehr zu halten. "Mal, mal" und ab ging es in Richtung Wasser. Schließlich kann man ja nicht ans Meer gehen ohne mal die Füße reinzuhängen! Also sind die beiden Männer an die Wasserkante ran und haben die erste Welle doch tatsächlich übersehen. T. ist das Wasser in die Schuhe gelaufen und Sohnemanns Hose war nass bis über die Knie. Trotzdem wollte F. wieder ins Wasser.
Also gut: Hose raus, Mütze auflassen, ich hab Schuhe und Strümpfe ausgezogen und die Hose hochgekrempelt und dann hatten wir unseren Spass im kalten Meer.
T. ist derweil auf Fotomotivsuche gegangen und hat es geschafft die Seehunde noch abzulichten, bevor sich diese ins Meer verdrückt haben!

Nach einem ordentlich sandigen Picknick am Strand sind wir aufgrund des aufkommenden Windes und der Wolken dann wieder zurück zum Auto gelaufen. F. findet das meist nicht so witzig, wenn er von seinem geliebten Meer getrennt wird, aber so ist das halt nunmal.

Dann ging es noch zu den Pupu-Springs, die weltweit reinste Frischwasserquelle, die in jeder Sekunde 40 Badewannenfüllungen Wasser ausspuckt. Und das Wasser war wirklich sooooo klar, dass man vom einen bis zum anderen Ende des kleines Sees gucken konnte. Wirklich toll. Leider waren wir aber schon etwas spät dran und die Sonne war verschwunden, so dass es auch deutlich kühler wurde. Naja, gesehen haben wir sie!


Sonntag:
Diesmal hieß es etwas früher aufstehen und zügig fertig machen, damit wir rechtzeitig loskommen. Nur leider klappt das in letzter Zeit nicht mehr so richtig. Das mit dem zügig fertig machen. Bis wir dann endlich losgekommen sind, war es auch schon wieder 10 Uhr und 45 Minuten später sollte unser Wassertaxi fahren. Wobei wir bis zum entsprechenden Strand auch noch so etwa 40 Minuten Fahrt vor uns hatten. Denkbar knapp mal wieder. Es waren zwar nur 27km, aber die über kurvige Schotterstraßen. Das dauert einfach seine Zeit.
Geschafft haben wir es. Sogar noch mit einem guten Zeitpolster.
Und dann ging es in den Abel-Tasman-Park.
Einfach schön.
Mit dem Wassertaxi übers Meer bis zum nächsten Strand. Tolle Aussicht auf den Park (und die Strecke, die wir später laufen würden). Und Sohnemann war auch noch zu begeistern.
Dann am Strand lang zur Lodge einen Snack einwerfen. Sohnemann war nicht mehr ganz so begeistert, die Musik deutlich zu laut, aber ansonsten war's toll.

Und dann mussten wir uns auch ranhalten. Schließlich kann man die Meeresbucht nur 2 Stunden vor und nach Ebbe durchqueren.
Wir sind also losmaschiert, mussten zwischendurch mehrfach nach dem Weg fragen ("Haben wir eigentlich keine Karte dabei?"), und konnten uns nach mehreren Wasserdurchquerungen die Kneipkur am Abend sparen.
Sohnemann schlief derweil im Ergo auf dem Rücken, wurde aber durch zu langes rumstehen und nach dem Weg suchen wieder wach. Schlecht gelaunt, mürrisch...
Nachdem wir die andere Seite der Meeresbucht endlich erreicht hatten (über Muscheln laufen ist übrigens auch nicht wirklich toll) wurden wir von den Sandfliegen angegriffen. Die sehen recht harmlos aus, einfach kleine Fliegen halt. Aber: sie beißen. Und das ordentlich. Man hat also nachher nicht einfach einen Mückenstich, sondern eine richtige kleine Bisswunde (zu erkennen daran, dass ein kleines Stückchen Haut fehlt). Und ein gescheites Mittel gegen den Juckreiz der unweigerlich später kommt haben wir leider noch nicht gefunden.

Danach ging es durch den Regenwald. Recht kühl, aber sehr interessant.
Sohnemann wollte mittlerweile nur noch von mir getragen werden. Und das am liebsten auch nicht im Ergo, sondern im Arm. Er ist kurz nach dem Einschlafen immer wieder aufgewacht, hatte eisige Hände und wie wir später festgestellt haben auch durchaus Fieber.
Naja, erklärt wenigstens, warum er so anhänglich war.
Machte uns aber auch nicht schneller.
Zum Glück hatten wir den zeitkritischen Teil schon hinter uns und mussten nur noch vor Einbruch der Dunkelheit am Auto sein.

Das haben wir auch geschafft.
Zwischendruch die tolle Aussicht genießen.
Am Strand noch ein kleines Picknick (wobei da auch direkt die Sandfliegen wieder da waren *grummel*).
Und eine ordentliche Kletterpartie war auch noch angesagt, als es vom Regenwald-Weg zum Strand runterging.
Und das alles natürlich mit Babybauch und Kleinkind auf dem Rücken.
Macht nicht wirklich Spass.
T. konnte mir nicht so richtig helfen, weil F. direkt das protestieren angefangen hat, wenn nicht ich ihn getragen habe.
Aber was macht man nicht alles für die lieben kleinen...

Geschafft haben wir es auch vor dem Regen wieder am Auto zu sein. War zwar kein starker Regen, aber unschön. Vor allem bei den schnell fallenden Temperaturen am frühen Abend.

Belohnt wurden wir wieder durch ein tolles Essen in unserem Inn. Auch wenn wir diesmal nicht so gemütlich sitzen konnten, weil F. immernoch sehr anhänglich und nur bei mir auf dem Arm zufrieden war.


Montag:
Abreisetag.
Leider.
Das Wochenende war viel zu kurz, ich wär gern noch länger geblieben.
Vielleicht auch, weil ich es eigentlich nicht einsehe, im Urlaub so früh aufzustehen. Aber wir mussten ja schließlich die Fähre erreichen. Und bis dahin hatten wir noch gute 4 Stunden Fahrt vor uns, kleine Pausen nicht mitgerechnet.
Also sind wir losgefahren, haben unterwegs noch ein bisschen die Landschaft genossen und immer gehofft, dass wir rechtzeitig um 13 Uhr in Picton sind.
Waren wir.
Wir hatten sogar noch Zeit für einen kurzen Spielplatzbesuch!

Dann ging es auf die Fähre, die diesmal deutlich voller war als auf dem Hinweg.
Ein bisschen durch die Sounds fahren, dann aufs offene Meer.
Und das war diesmal leider etwas rauer.
Was dazu geführt hat, dass den meisten Mitreisenden etwas mulmig wurde.
Uns eingeschlossen.
Und weil es keine gescheiten Sitzmöglichkeiten mehr gab, sind wir halt an Deck gegangen.
F. ist schnell auf meinem Arm eingeschlafen, was dazu geführt hat, dass ich mich nicht mehr bewegen konnte, ohne ihn wieder aufzuwecken (was ich nicht wollte). Deshalb hab ich ordentlich gefroren. Schließlich ist es bei rauer See auch meist etwas windiger und die Gischt spritze bis zu uns hoch.
T. konnte mir auch nicht helfen, weil ihm sonst noch schlechter geworden wäre.
Und zu allem Überfluss hat die Überfahrt auch noch deutlich länger gedauert.
Kurz vor der Hafenbucht bin ich dann doch reingegangen. F. war aufgewacht, mir die Hände schon ganz kalt und ich wollte einfach nicht mehr draußen sitzen.

Nach über 4 Stunden waren wir dann endlich wieder in Wellington und auf dem Weg nach Hause.
Noch schnell eine Kleinigkeit essen und dann ins Bett.


Schade, dass die Fährfahrt so doof war. Aber sonst war das Wochenende einfach perfekt!

Beim Frisör

Neulich wollten wir unserem Zwerg mal wieder (nach mittlerweile fast 5 Monaten) die Haare schneiden lassen und sind zum Frisör gegangen. Leider mussten wir dort feststellen, dass es extrem teuer ist, seinem Kind die Haare schneiden zu lassen. Weil Wochenende war wollten die tatsächlich 23 NZ-Dollar (ca. 12 Euro) für die paar Haare haben. Unter der Woche kostet es "nur" 12 Dollar, was ich immernoch viel Geld finde, aber naja. Wir sind dann erstmal wieder gegangen. Mit weiterhin wehnendem Haar ;-)

Und weil es unter der Woche auch garnicht so einfach ist, zum Frisör zu kommen (schließlich haben wir ja auch noch andere Termine), blieben die Haare erstmal ungeschnitten, bis...



... bis wir dann einfach T.s Langhaarschneider ausgepackt haben. DER hat schon jahrelange Haarschneideerfahrung. Zwar nur mit extremen Kurzhaarfrisuren, weil T. seine Haare mittlerweile Millimeterkurz trägt, aber naja.
Einen Versuch war es allemal wert.
Also haben sich Vater und Sohn ins Badezimmer begeben, den Langhaarschneider angeworfen und ich kam nach einiger Zeit dazu, um die Flausen vom Boden aufzulesen.

Schönes, feines, blondes Haar.
Und der Sohnemann hat sogar versucht selbst zu schneiden.
Ok, das klappt noch nicht sooo gut, aber er ist ja auch noch nichtmal 2 Jahre alt. Da ist allein der Versuch schon toll!
Auf jeden Fall ist es garnicht so einfach einem Kleinkind die Haare zu schneiden. Sohnemann hält den Kopf nämlich nur genau so lange still, bis man losschneiden möchte. Dann dreht er den Kopf schnell weg und man kann nochmal von vorne anfangen.
Geklappt hat es trotzdem mehr oder weniger.

Und so am Abend sieht man über das ein oder andere vergessene Haar auch leichter hinweg.
Lustig wurden dann die nächsten Tage, weil wir immer wieder festgestellt haben, wo wir noch nachschneiden müssen.
Am letzten Dienstag hab ich dann nochmal mit der Schere nachgeschnitten und jetzt sieht es fast aus, wie vom Frisör.
Jawoll!
Und in Zukunft gehen wir vom Frisörgeld einfach wieder einen Kaffee trinken und schauen dem Zwerg beim Spielen zu. Das ist günstiger, macht mehr Spass und die rumfliegenden Haare daheim kann dann ein kräftiger "Southerly" fortpusten ;-)